Du kommst zehn Minuten früher, ziehst bequeme Kleidung an und brauchst nichts mitzubringen. Die Stunde beginnt ruhig im Sitzen, wird in der Mitte aktiver und endet mit einer Entspannung im Liegen. Du musst nicht beweglich sein, und du darfst jederzeit pausieren.
Die meisten Menschen, die zum ersten Mal zu uns kommen, sagen denselben Satz: „Ich wollte schon so lange, aber ich habe mich nicht getraut.“ Meistens folgt danach eine Begründung, die mit „ich bin nicht“ anfängt. Nicht beweglich genug, nicht sportlich genug, nicht ruhig genug.
Deshalb dieser Text. Er beantwortet der Reihe nach die Fragen, die uns am häufigsten gestellt werden, bevor jemand das erste Mal auf der Matte steht.
Musst du beweglich sein? Nein.
Das ist der hartnäckigste Irrtum über Yoga, und er hält vermutlich mehr Menschen ab als alles andere. Beweglichkeit ist kein Eintrittsticket. Sie ist eines der möglichen Ergebnisse.
Wer im Sitzen seine Zehen nicht erreicht, ist bei uns nicht falsch, sondern genau richtig. Für den Anfang gibt es Blöcke, Gurte und Decken, mit denen jede Übung so angepasst wird, dass sie für deinen Körper funktioniert. Nicht dein Körper passt sich der Übung an, sondern umgekehrt.
Yoga ist nicht, die Zehen zu berühren. Es ist, was du auf dem Weg nach unten über dich lernst. Ein Satz, den ich in meiner Ausbildung gehört habe und seitdem oft weitergebe.
Was ziehst du an?
Etwas, in dem du dich bücken, strecken und hinlegen kannst, ohne dass etwas zwickt oder rutscht. Das war es schon. Eine Leggings und ein T-Shirt reichen vollkommen, spezielle Yogakleidung braucht niemand.
- Geübt wird barfuß. Socken rutschen auf der Matte, das ist eher unangenehm als hilfreich.
- Ein Pullover und warme Socken für zum Schluss. In der Endentspannung liegt man einige Minuten still, und dabei kühlt der Körper aus. Das unterschätzen fast alle beim ersten Mal.
- Lieber weniger Schmuck. Ringe und lange Ketten stören in Übungen, bei denen Gewicht auf den Händen liegt.
Was musst du mitbringen?
Dich. Matten, Blöcke, Gurte und Decken sind bei uns vorhanden und werden nach jeder Stunde gereinigt. Wer eine eigene Matte hat und lieber darauf übt, bringt sie gerne mit.
Eine Wasserflasche ist sinnvoll, muss aber nicht sein. Was du nicht brauchst: besondere Vorkenntnisse, eine bestimmte Ernährung oder Wissen über Sanskrit. Wir erklären jede Übung auf Deutsch.
Wie früh solltest du da sein?
Etwa zehn Minuten vorher. Diese zehn Minuten sind wichtiger, als sie klingen. Du kannst dich umziehen, ankommen, dir einen Platz aussuchen und der Trainerin kurz sagen, ob es etwas gibt, das sie wissen sollte.
Und genau das solltest du tun: Sag Bescheid, wenn du das erste Mal da bist. Nicht, weil es dann eine Sonderbehandlung gibt, sondern damit die Trainerin bei den Übungen die passenden Alternativen mit ansagt. Das macht den Unterschied zwischen einer Stunde, in der du dich verloren fühlst, und einer, in der du mitkommst.
Was passiert in der Stunde?
Der Ablauf ist bei den meisten Stunden ähnlich, egal welcher Stil.
Ankommen, etwa 10 Minuten
Im Sitzen oder Liegen. Es geht darum, vom Tag herunterzukommen und zu merken, wie es dir gerade geht. Oft mit einfachen Atemübungen. Dieser Teil wirkt am Anfang ungewohnt und wird später für viele der wichtigste.
Der aktive Teil, etwa 40 Minuten
Hier bewegst du dich. Je nach Kurs fließend und kräftigend wie im Vinyasa Flow oder ruhig und haltend wie im Yoga Basics. Jede Übung wird angesagt und gezeigt, und zu jeder gibt es eine leichtere Variante.
Savasana, etwa 10 Minuten
Die Schlussentspannung. Du liegst auf dem Rücken und machst nichts. Für viele ist das anfangs der schwerste Teil der Stunde, weil Nichtstun ungewohnt ist. Nach ein paar Malen ist es meist der Teil, auf den man sich am meisten freut.
Was ist, wenn du eine Übung nicht kannst?
Dann machst du sie nicht. So einfach ist das.
Du darfst jederzeit in die Kindhaltung gehen, dich hinsetzen oder einfach zuschauen. Das ist kein Aufgeben, das ist Körpergefühl, und genau das ist der Punkt bei der Sache. Bei uns gibt es keine Korrekturen vor der Gruppe und niemanden, der Übungen vorführt, damit alle staunen.
Und die Sorge, dass alle schauen: Das tut niemand. Alle sind mit sich selbst beschäftigt, und die meisten waren einmal genau da, wo du gerade bist.
Häufige Fragen
Bitte vorher online buchen. Die Gruppen sind bewusst klein, damit die Trainerin auf alle eingehen kann. Wer spontan kommt, riskiert, dass kein Platz frei ist.
Ja. Yoga ist eine der wenigen Bewegungsformen, die in jedem Alter funktionieren. Für den Einstieg empfehlen wir Gesundheitsyoga, dort ist das Tempo ruhiger und der Fokus liegt auf Gelenken und Rücken.
In den meisten Fällen ja, und oft tut es gut. Sprich vorher kurz mit der Trainerin. Bei akuten Beschwerden, nach einer Operation oder bei einem Bandscheibenvorfall bitte zuerst ärztlich abklären lassen.
Nicht direkt davor. Zwei Stunden Abstand zu einer größeren Mahlzeit sind angenehm, weil viele Übungen den Bauchraum einbeziehen. Ganz nüchtern muss aber auch niemand kommen.
Ja, auch wenn Frauen in der Mehrheit sind. Alle unsere Kurse sind für alle offen.
Neugierig geworden?
Yoga Basics ist unser Kurs für den Einstieg. Ruhiges Tempo, alles wird erklärt, und niemand erwartet, dass du etwas kannst.
Zum Stundenplan