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Frau hält sich mit geschlossenen Augen den Kopf, Sinnbild für Stress und Anspannung
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Stress reduzieren und Nervensystem beruhigen: 5 einfache Schritte für deinen Alltag

September 20267 Minuten Lesezeitvon Vanessa Kronberger
Die kurze Antwort

Dein Nervensystem braucht nach jeder Anspannung eine echte Entspannung. Fünf Dinge helfen sofort: länger ausatmen als einatmen, für einen Moment bewusst in den Körper spüren, mit den Augen einer liegenden Acht folgen, sich zehn Minuten sanft bewegen und Pausen fest einplanen. Yoga verbindet genau das: Bewegung, Atmung, Wahrnehmung und Ruhe.

Der Kopf ist voll. Die To-do-Liste wird länger. Das Handy klingelt, der nächste Termin wartet, und obwohl du abends endlich auf der Couch sitzt, läuft dein Kopf einfach weiter. Stress gehört zu unserem Leben, und grundsätzlich ist er nichts Schlechtes. Er macht uns aufmerksam, leistungsfähig und hilft uns, auf Herausforderungen zu reagieren. Schwierig wird es dann, wenn auf die Anspannung keine echte Entspannung mehr folgt.

Warum braucht dein Nervensystem Erholung?

Unser Nervensystem reagiert ständig auf das, was um uns herum passiert. Termine, Zeitdruck, Konflikte, Lärm, ständige Erreichbarkeit, aber auch unsere eigenen Gedanken können unseren Körper in einen Zustand erhöhter Aktivierung bringen. Das Herz schlägt vielleicht schneller. Die Atmung wird flacher. Die Schultern ziehen nach oben. Der Kiefer spannt sich an. Unser Körper ist bereit zu reagieren.

Nach einer Belastung sollte er allerdings auch wieder die Möglichkeit bekommen, herunterzufahren. Dabei spielt der Parasympathikus eine wichtige Rolle. Er ist jener Teil unseres autonomen Nervensystems, der mit Ruhe, Verdauung und Regeneration verbunden ist. Das Ziel ist deshalb nicht, Stress komplett aus unserem Leben zu verbannen. Viel wichtiger ist es, zwischen Anspannung und Entspannung wechseln zu können.

Warum hilft Yoga bei Stress?

Yoga ist weit mehr als Dehnen. Während einer Yogastunde lenkst du deine Aufmerksamkeit auf deinen Körper, koordinierst Bewegung und Atmung und konzentrierst dich auf das, was gerade passiert. Für einen Moment geht es nicht um die nächste E-Mail, den Termin morgen oder die To-do-Liste. Es geht um diesen Atemzug. Diese Bewegung. Diesen Moment.

Je nach Yogastil haben dabei sowohl kräftigende und dynamische Bewegungen als auch ruhige Positionen, bewusste Atmung und Entspannung ihren Platz. Genau diese Kombination kann dabei helfen, einen Gegenpol zu unserem oft sehr schnellen Alltag zu schaffen. Und das Beste daran: Du musst nicht jeden Tag 60 Minuten auf der Matte verbringen. Schon kleine Momente machen einen Unterschied.

Schritt 1: Verlängere deine Ausatmung

Unsere Atmung läuft automatisch, gleichzeitig können wir sie bewusst beeinflussen. Setz dich bequem hin oder leg dich auf deine Matte. Atme ruhig durch die Nase ein und anschließend etwas länger wieder aus. Du kannst zum Beispiel ausprobieren: vier Sekunden einatmen, sechs Sekunden ausatmen. Wiederhole diesen Rhythmus für einige Atemzüge.

Die verlängerte Ausatmung kann parasympathische Prozesse unterstützen und dabei helfen, die körperliche Aktivierung etwas herunterzufahren. Wichtig ist dabei nicht die exakte Zahl. Deine Atmung sollte sich ruhig und angenehm anfühlen.

Schritt 2: Komm zurück in deinen Körper

Wenn wir gestresst sind, verbringen wir unglaublich viel Zeit in unserem Kopf. Was muss ich noch erledigen? Was habe ich vergessen? Was passiert morgen? Yoga bringt unsere Aufmerksamkeit wieder zurück in den Körper. Probier es direkt aus:

  • Stell beide Füße bewusst auf den Boden und spüre den Kontakt unter deinen Fußsohlen.
  • Nimm deine Schultern wahr.
  • Lockere deinen Kiefer.
  • Atme einmal bewusst ein und langsam wieder aus.

Du musst gerade nichts verändern. Nimm einfach wahr, was da ist. Diese kleinen Momente der Körperwahrnehmung kannst du überall einbauen: am Schreibtisch, im Auto vor einem Termin oder abends auf deiner Matte.

Schritt 3: Folge der liegenden Acht

Wenn deine Gedanken gerade überall gleichzeitig sind, kann eine einfache Übung helfen, deine Aufmerksamkeit auf eine einzige Bewegung zu lenken. Strecke deinen Arm vor dir aus und halte deinen Daumen nach oben. Zeichne nun langsam eine große liegende Acht in die Luft. Lass deinen Kopf dabei möglichst ruhig und folge deinem Daumen nur mit den Augen. Ganz langsam. Von der Mitte nach außen, zurück zur Mitte und auf die andere Seite.

Wiederhole die Bewegung einige Male und wechsle anschließend die Richtung. Diese Übung verbindet Blickbewegung, Konzentration und eine gleichmäßige Bewegung. Deine Aufmerksamkeit bekommt dadurch für einen Moment eine ganz konkrete Aufgabe.

Vier Teilnehmer:innen in der Kindhaltung auf ihren Matten im Studio von VANIDA in Wels
Die Kindhaltung: nichts leisten, nur atmen. Ein guter Ort, um aus dem Kopf zurück in den Körper zu kommen.

Schritt 4: Beweg dich, auch wenn es nur zehn Minuten sind

Stress findet nicht nur in unserem Kopf statt. Wir spüren ihn häufig im ganzen Körper. Der Nacken ist angespannt. Die Schultern sind fest. Der Rücken fühlt sich steif an. Bewegung kann hier ein wunderbarer Ausgleich sein, und dafür brauchst du keine perfekte Yogapraxis.

Roll deine Matte aus und bewege dich für zehn Minuten. Mach ein paar sanfte Bewegungen für deine Wirbelsäule, kreise die Schultern, geh in den Vierfüßlerstand und bewege dich durch Katze und Kuh, oder verbringe einige Atemzüge in einer für dich angenehmen Position. Es geht nicht darum, besonders beweglich zu sein. Es geht darum, wieder ins Spüren zu kommen.

Schritt 5: Mach Entspannung zu einem festen Teil deines Tages

Wir warten häufig darauf, dass irgendwann Zeit für Entspannung übrig bleibt. Meistens nehmen wir uns genau dafür keine Zeit. Deshalb darf Regeneration genauso bewusst einen Platz in deinem Alltag bekommen wie alles andere. Das muss keine Stunde sein.

Vielleicht sind es morgens fünf Minuten auf deiner Matte. Vielleicht eine kurze Atemübung zwischen zwei Terminen. Ein Spaziergang ohne Handy. Eine Yogastunde am Abend. Oder fünf Minuten Shavasana, bevor du ins Bett gehst. Kleine Pausen wirken vielleicht unspektakulär, aber gerade ihre Regelmäßigkeit macht sie wertvoll.

Musst du vollkommen entspannt sein? Nein.

Ein reguliertes Nervensystem bedeutet nicht, dass du immer ruhig, gelassen und tiefenentspannt durchs Leben gehst. Wir brauchen Aktivierung genauso wie Entspannung. Wir dürfen motiviert sein, Leistung bringen, aufgeregt sein und Herausforderungen meistern. Entscheidend ist, dass unser Körper danach auch wieder Möglichkeiten bekommt, herunterzufahren. Anspannung und Entspannung gehören zusammen. Yoga kann dir dabei helfen, diesen Wechsel wieder bewusster wahrzunehmen.

Yoga als Pause vom Müssen

Vielleicht ist genau das einer der Gründe, warum wir Yoga so lieben. Für einen Moment musst du nichts beantworten. Keine Nachricht. Keine E-Mail. Keine To-do-Liste. Du bewegst dich. Du atmest. Du spürst. Und manchmal sind genau diese 60 Minuten auf der Matte der Moment, in dem aus einem lauten Tag wieder ein bisschen mehr Ruhe wird.

Bei VANIDA Yoga & More in Wels möchten wir genau dafür Raum schaffen. Nicht für die perfekte Pose. Nicht für noch mehr Leistung. Sondern für Bewegung, Kraft, Atmung und bewusste Pausen vom Alltag. Denn Stress lässt sich nicht immer vermeiden. Aber wir können lernen, unserem Körper immer wieder Momente zu geben, in denen er herunterfahren darf.

Häufige Fragen

Oft schon nach wenigen Atemzügen spürbar. Die Wirkung ist keine Zauberei, sondern Physiologie: Eine ruhige, längere Ausatmung ist ein Signal an den Körper, dass keine Gefahr besteht.

Ruhige Stunden mit viel Atmung und Entspannung: Gesundheitsyoga mittwochs um 18.30 Uhr, Infrared Mobility donnerstags um 17.30 Uhr in angenehmer Wärme, oder Yoga Basics dienstags um 18 Uhr. Wer Anspannung lieber körperlich abbaut, ist im Vinyasa Flow richtig.

Ja. Ausatmung, Körperwahrnehmung und die liegende Acht brauchen weder Matte noch Platz. Zehn Minuten Bewegung gehen auch als Spaziergang.

Nein. Yoga ist ein Ausgleich, keine Therapie. Wenn Erschöpfung, Schlafprobleme oder Anspannung über Wochen anhalten, gehört das ärztlich oder psychologisch abgeklärt.

Vanessa Kronberger, Gründerin und Yogalehrerin bei VANIDA in Wels
Vanessa Kronberger
Gründerin und Yogalehrerin, unterrichtet seit 2019
Vanessa unterrichtet Infrared Yoga Flow, Yoga Dance Flow und Early Bird Yoga. Sie kommt aus dem Leistungssport und ist diplomierte Neuromentaltrainerin; ihr geht es um Bewegung ohne Druck.

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